WAS SIND DAS FÜR "STEINE"?

Ich habe bei der Durchsicht unseres Kellers diese "Steine" gefunden. Meine Vermutung ist, dass es sich hierbei um einen Backenzahn eines Mammuts handeln könnte.

Mein Vater hatte vor vielen Jahren in einem Kieswerk in der Nähe von Baden-Baden gearbeitet und dabei immer wieder mal interessante "Steine" mitgebracht, die ihm gefielen.

Es handelt sich um 2 "Steine",  die in der Größe unterschiedlich, aber im Prinzip doch gleich sind. Es könnte sein, dass das kleinere Stück von dem Großen abgebrochen ist, oder dass es sich tatsächlich um zwei Einzelstücke handelt. Mein Gefühl sagt mir, dass die beiden "Steine" etwas fragil sind, d.h. ich würde gerne wissen, wie man solche "Steine" eventuell konservieren kann?

Diese Frage beantwortet der Leiter der Abteilung Geowissenschaften, apl. Prof. Dr. Eberhard "Dino" Frey:

Die Beobachtung, dass die beiden Steine verschieden aussehen, aber doch irgendwie einander ähneln, ist zutreffend, denn bei beiden „Steinen“ handelt es sich um Bruchstücke von Rüsseltierbackenzähnen aus dem letzten Eiszeitalter (ca. 2,5 Mio. bis ca. 12.000 Jahre vor heute). Zu erkennen sind die erhabenen, glänzenden, quer orientierten Schmelzlamellen, das matte Zahnbein dazwischen und der bröckelige Zahnzement außen. Leider sind die Backenzähne so stark fragmentiert, dass nicht sicher festzustellen ist, ob es sich um die Backenzahnreste eines Wollhaarmammuts (Mammuthus primigenius) oder eines Europäischen Waldelefanten (Palaeoloxodon antiquus) handelt. Wollhaarmammuts waren Bewohner der kaltzeitlichen Steppen. Diese Tiere verschwanden aus Mitteleuropa vermutlich vor etwa 10.000 Jahren. Europäische Waldelefanten lebten dagegen in den lichten Wäldern der Warmzeiten und starben vor gut 30.000 Jahren aus. Beim Wollhaarmammut sind die Schmelzschlaufen sehr schmal und stehen dicht hintereinander. Beim Europäischen Waldelefanten sind sie breiter und stehen weiter auseinander. Die Weite der erhaltenen Schmelzlamellen und deren Abstand legen die Vermutung nahe, dass es sich um die Backenzahnreste des selteneren Europäischen Waldelefanten handeln könnte. Leider sind Weite und Abstand der Schmelzlamellen auch vom Abkaugrad abhängig, der sich anhand der Fragmente nicht bewerten lässt.

Die meisten Überreste eiszeitlicher Rüsseltiere hier in der Gegend, meist Langknochen- und Backenzahnreste, finden sich in Kiesgruben und Baggerseen. Trocknen diese Fossilien zu schnell, zerfallen sie teilweise oder bekommen Risse. Eine bewährte Methode zur Konservierung ist das Bad in Kaltleimwasser, z.B. verdünntem Ponal. Die Brühe sollte die Konsistenz von Milch haben. Die Brühe wird in einem passenden Gefäß angerührt. Die Fossilien werden je nach Größe 1-2, bei großen Objekten 2-4 Wochen hineingelegt. Die Lage der Objekte sollte immer wieder geändert werden, damit die Brühe gleichmäßig eindringen kann. Regelmäßiges Umrühren ist wichtig, damit das Ganze nicht anfängt zu gammeln. Ist der Tränkungsprozess abgeschlossen, nimmt man die Fossilien aus der Brühe, legt sie auf einen Rost und lässt sie abtropfen. Immer wieder Wenden ist wichtig, damit sich keine Leimnasen bilden. Der mit dem Wasser eingezogene verdünnte Leim trocknet transparent, stabilisiert sehr gut und ist ungiftig. Die Trocknung sollte langsam und an einem kühlen Ort, z.B. im Keller oder in der Garage, erfolgen. Expressleime sind nicht geeignet, wasserfeste Kaltleime dagegen schon.