WELCHER VOGEL WURDE HIER VON EINER WILDTIERKAMERA FOTOGRAFIERT?

Diese Frage hat uns erreicht:

Das Foto entstand Ende Oktober 2019 um 4 Uhr morgens in einem Garten unweit eines Baggersees östlich von Karlsruhe. Reicht es für eine Artbestimmung aus?

Die Antwort auf diese Frage weiß Dr. Albrecht Manegold, Kurator für Wirbeltiere am Naturkundemuseum:

Es ist eine Wasserralle (Rallus aquaticus), die in die Fotofalle geraten ist.
Die kontrastreiche Flankenzeichnung und der lange, leicht gekrümmte Schnabel sind selbst auf der Schwarzweißaufnahme unverkennbar. Bei Tageslicht sind auch noch der hellrot gefärbte Schnabel, das blaugraue Gefieder an Kopf, Hals und Brust und das lebhaft braun und schwarz gemusterte Rückengefieder Erkennungsmerkmale dieser Art. Wasserrallen besiedeln unterschiedlichste Lebensräume in Wassernähe, leben aber so versteckt, dass man sie nur selten zu Gesicht bekommt. Häufiger verraten sie sich durch ihre lauten Raufe, die auch nachts zu hören sind, und von denen manche an das Quieken von Ferkeln erinnern.

Nachzuhören sind solche Rufe in der Audiothek des Tierstimmenarchivs des Naturkundemuseums Berlin Tierstimmenreferenz (tierstimmenarchiv.de).

Wasserrallen in Nord- und Mitteleuropa sind Zugvögel. Es ist nicht auszuschließen, dass hier ein Durchzügler auf dem Weg ins Winterquartier in Spanien oder Nordafrika von der Wildkamera überrascht wurde.

Hier noch das Bild einer Wasserralle aus der Wirbeltiersammlung des Naturkundemuseums: