WAS HABE ICH AM STRAND IN TUNESIEN GEFUNDEN?

Dieses Gebilde habe ich an einem Strand in Tunesien gefunden. Was ist das?

Die Antwort auf diese Frage weiß Dr. Albrecht Manegold, Kurator für Wirbeltiere:

Bei dem Fundstück handelt es sich um einen Teil der Schwanzwirbelsäule eines sehr großen Fisches. Der Größe nach zu urteilen gehörten die Schwanzwirbel vermutlich zu einem Blauflossenthunfisch (Thunnus thynnus), der auch im Mittelmeer vorkommt. Er gehört zu den größten Knochenfischen der Welt. Die Art und Weise, wie die Wirbelfortsätze den Wirbelkörper des nachfolgenden Wirbels überlappen, aber auch die seitlich abstehenden Wirbelfortsätze sind charakteristisch für Thunfische und deren nächsten Verwandten, zu denen z. B. die Makrelen gehören. Diese Merkmale sind auch auf den Abbildungen von Skeletten anderer Thunfischarten in der Monographie von Kamakichi Kishinouye (1923, Tafel 29) zu erkennen.

Blauflossenthunfische werden weiterhin in großem Maßstab kommerziell gefischt und z. B. zu Sushi verarbeitet, obwohl es sich um eine vom Aussterben bedrohte Art handelt.

Bei der Verarbeitung der Fische werden u.a. die Schwanzflossen abgetrennt. Auf den berühmten Thunfischauktionen in Japan werden die tiefgefrorenen massigen Thunfischkörper ohne Flossen angeboten. Bei dem Fundstück wird es sich wahrschlich um einen solchen Schlachtabfall handeln.