WAS SIND DAS FÜR WOLLKNÄUEL?

In der Getreidehalle eines Bauernhofs im Landkreis Darmstadt-Dieburg wurden Ende November 2020 merkwürdige "Knäuel" entdeckt. Was hat es damit auf sich?

Wirbeltierkurator Dr. Albrecht Manegold gibt die Antwort:

Auf dem Bild sind Gewölle der Schleiereule (Tyto alba) zu erkennen. Als Gewölle oder auch Speiballen werden die unverdauten Nahrungsreste bezeichnet, die von Vögeln aus dem Magen hervorgewürgt und über den Schnabel ausgespien werden. Eulen verschlingen ihre Beutetiere – hauptsächlich Mäuse – kopfvoran und am Stück. Im Magen wird praktisch alles bis auf Haare und Knochen verdaut, und diese Überreste dort zu länglichen Ballen geformt.

Die Gewölle der einzelnen Eulenarten unterscheiden sich in Größe und Form. Die der Schleiereule fallen zudem durch den glänzenden Überzug aus getrocknetem Schleim auf. In den Speiballen findet man die meist sehr gut erhaltenen Schädel der Beutetiere, so dass man nicht nur etwas über den Speiseplan der Eule, sondern auch etwas über die Verbreitung der Kleinsäuger in Erfahrung bringen kann. Auch viele andere Vögel produzieren Gewölle, die z.B. beim Rotkehlchen Reste von Insekten oder Haare, Federn und wenige Knochensplitter enthalten wie bei Greifvögeln und Falken, die ihre Beute rupfen.

Hier noch ein Bild der Schleiereulen im Saal Heimische Natur: