SIND DAS SCHNECKEN DORT IM FUSSBODEN ODER WAS IST DAS?

An vielen Stellen im Fußboden des Museums sind mir diese "Schnecken" aufgefallen.

Die Antwort weiß Dr. Eduard Harms, Geologe und Referatsleiter Bildung und Vermittlung am Naturkundemuseum:

Bei den "Schnecken" handelt es sich in Wirklichkeit um Jahrmillionen alte Überreste von Ammoniten, genauer gesagt um ihre Gehäuseformen. Ammoniten sind fossile Kopffüßer (Cephalopoden), die am Ende der Kreidezeit vor etwa 66 Millionen Jahren ausstarben. Nautilus ist ein berühmter Vertreter heutiger Kopffüßer und wird häufig auch als lebendes Fossil bezeichnet.

Der Weichkörper des Tieres saß in der ersten äußeren Kammer, wie bei den heutigen Tintenfischen. Wie sich die Kopffüßer fortbewegt haben, weiß man nicht genau, denn die Weichkörper sind nicht erhalten. Man vermutet aber, dass die Ammoniten sich ähnlich wie die heutigen Kopffüßer nach dem Rückstoßprinzip fortbewegt haben. Ihre vertikale Position in der Wassersäule konnten sie vermutlich durch Gasaustausch im Gehäuse steuern.

Die Bodenplatten im Museum bestehen aus sogenanntem „Treuchtlinger Marmor“ von der Fränkischen Alb. In Wirklichkeit ist es aber kein Marmor, sondern ein fossilreicher Kalkstein, der vor etwa 155 Millionen Jahren in einem subtropischen bis tropischen Ozean entstand. Dieser Fußboden ist nichts anderes als ein steingewordenes Ozeanriff aus Korallen und Schwämmen!

Wenn man näher hinschaut, entdeckt man neben den Ammoniten auch Belemniten. Das sind Kopffüßer wie die Ammoniten, allerdings mit einem langgestreckten Gehäuse.

An vielen Stellen schimmert der Boden goldfarben. Dabei handelt es sich um Pyrit, eine kristalline Verbindung aus Eisen und Schwefel. Pyrit ist besser bekannt unter den Begriffen „Narrengold“ oder „Katzengold“.