NACHGEFRAGT

Gibt es im Museum auch ausgestopfte Dinosaurier? Wie oft werden die Schlangen gefüttert? Wer macht eigentlich die Ausstellungen? So viele Fragen – und jetzt können Sie sie endlich stellen! Was Sie schon immer mal über das Museum wissen wollten, hier können Sie uns fragen! Schicken Sie uns Ihre Fragen zum Museum, zu unseren Ausstellungen, unseren lebenden Tieren oder zu einzelnen Exponaten an: nachgefragtsmnkde.
Zusammen mit unseren Fachleuten aus allen Abteilungen werden wir sicher auf (fast) alles eine Antwort finden. Und die spannendsten finden Sie dann hier – für alle zum Nachschauen.

Die Antwort hat der Leiter unseres Vivariums, der Biologe Johann Kirchhauser:

Das Salzwasser, das wir für unsere vielen Meerwasseraquarien benötigen, wird im Vivariumskeller selbst hergestellt. Besonders die Korallen in unseren Becken benötigen sehr hochwertiges Meerwasser, das heißt Wasser, in dem die richtigen Mikro- und Makroelemente enthalten sind.

Und so geht's: Das Karlsruher Leitungswasser enthält Stoffe, die für Korallenbecken ungünstig sind. Deshalb wird es zunächst mit einer Enthärtungsanlage und einer Umkehrosmoseanlage von unerwünschten Bestandteilen (z.B. Kieselsäure und Nitrat) gereinigt. Anschließend wird es in einem großen Becken, das 12.000 Liter fasst, mit einem Spezialsalz vermischt. Dieses Spezialsalz besteht zu etwa 86 % aus Natriumchlorid, dem uns bekannten Speisesalz, dem aber 12 weitere Makroelemente wie Kalium, Calcium und Sulfat sowie Spurenelemente beigemischt wurden. Diese Mischung entspricht der Zusammensetzung des echten Meerwassers.

Das Salz wird etwa alle 6 Wochen in großen „Big Bags“ ans Museum geliefert. Portionsweise rieselt es dann in das Becken mit dem gereinigten Leitungswasser. Eine starke Strömungspumpe direkt unter dem Salzsack sorgt für eine gleichmäßige Vermischung von Wasser und Salz. Bevor das Wasser nun in die Aquarien gelangt, wird der Salzgehalt über ein Leitwertmessgerät noch einmal überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Auf diese Weise werden pro Woche mit einer Tonne Salz ca. 30.000 Liter Salzwasser hergestellt, denn das Wasser in den Becken muss wöchentlich wenigstens zum Teil (10 bis 30 %) gewechselt werden. Das ist nötig, weil Spurenelemente verbraucht und Abfallstoffe im Wasser angereichert werden. Das kann man sich so vorstellen wie das Lüften eines Raumes.
Wasser, das durch Verdunstung aus den Aquarien entweicht, wird dagegen mit dem Osmosewasser (ohne Salz) wieder aufgefüllt, damit der Salzgehalt des Wassers gleich bleibt.

Und so stellen wir weit weg vom nächsten Strand mitten in Karlsruhe optimales Salzwasser für unsere Meerestiere her.

 

Die Antwort auf diese Frage weiß unser Botaniker am Naturkundemuseum, Dr. Josef Simmel.